rauschen 1



die uhr tickt. in ihren leisen, stetigen marsch mischen sich die klickergeräusche der stricknadeln, manchmal das schaben eines groben wollfadens an marthas schwieligen händen und das knistern der plastiktüte, wenn sie >den faden nachzieht. sie lauscht, sortiert gedanken. malte ist heimgekehrt. gestern, irgendwann in der nacht, stand er vor der tür, klopfte nicht, läutete nicht, stierte nur vor sich hin. davon muß ich aufgewacht sein, denkt sie, von seinem stehen und stieren. niemand rechnete damit, ihn wiederzusehen. von dort, wo man ihn hingeschickt hatte, kam keiner zurück. er ließ sich nicht umarmen, ging an ihr vorbei, legte sich aufs sofa und schlief. gegen mittag stand er auf und holte aus seinem seesack ein uraltes bandoneon hervor. damit ging er in die kirche nebenan. seitdem, seit über drei stunden, spielt er. falls man das spielen nennen kann, denkt martha und läßt die nadeln sinken. hoffentlich findet er einen, dem er alles erzählen kann. nur mir nicht, bitte nicht mir...

musik: >uNice
text zur musik: >eukapirates

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